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Der Rum-Trend: Ist Rum der neue Gin?

 

„Jo-ho-ho und ´ne Buddel voll Rum!“ – wer kennt es nicht, dieses Lied alter Seemänner? Im 17. Jahrhundert hatten die Seeleute immer eine Flasche oder ein Fass des Getränkes auf Reisen mit dabei. So verbreitete sich das Getränk auch weltweit. Und heute? Beliebt war Rum schon immer, aber in der heutigen Kultur ist es dabei, zum Trend-Getränk zu werden.

 

Weit Rum gekommen

Was heute ein echter Spirituosen-Klassiker ist, hat seine Anfänge im 16. Jahrhundert. Auf seinen Handelsfeldzügen brachte Christoph Kolumbus Zuckerrohr aus Asien mit in die Karibik. In der Karibik wurde das Zuckerrohr alsbald mit Hilfe des idealen Klimas kultiviert. Vorerst zur Zuckerherstellung genutzt, fiel auch bald auf, dass das Abfallprodukt aus dem Zuckerrohr ebenfalls nutzbar gemacht werden kann. Mit einigen Experimenten und Destilliertechniken entstand eine hochprozentige Substanz – aus der schließlich der heute bekannte Rum wurde. Im Laufe des 18. Jahrhunderts, vorher über die Seeleute und verschiedenen Handelswege verbreitet, kam das neue Getränk auch in Amerika und Europa an. In Europa und Amerika wurde der Rum dann weiter verfeinert und durch die Lagerung in Fässern aromatisiert. Heute ist Rum vordergründig ein Destillat aus Wasser, Melasse (oder Zuckerrohrsaft) sowie gehäckseltem Zuckerrohr. Erst durch die zusätzliche Reifung und Lagerung in z.b. Sherry oder Bourbonfässern, entwickeln sich neue, spezielle Noten des Rums. Die Zugabe weiterer Zutaten, wie z.B. Zimt, Karamell oder Vanille machen jede Sorte zu einem echten Unikat.

 

Die Besonderheiten von Rum und warum es sich von Gin & Co. abhebt

Rum hat viele Besonderheiten. Aber ausgezeichnet wird er durch seine lange Reifung in Holzfässern, welche für das spezielle Aroma sorgen. Je länger ein Rum reift, desto aromatischer wird er und umso weniger Fuselstoffe bleiben enthalten, die den Geschmack verändern. Das ist auch der Grund für die vielen verschiedenen Rumsorten, deren Geschmacksnoten und Aromen abhängig sind von den jeweiligen Reifungsprozessen und Destilliermethoden. Typisch und besonders für Rum ist das Aroma von Holzfässern. Und meistens hat jede Rumsorte ihren eigenen Geschmack, ihre eigene Note.

Rum ist genauso wie Gin seit vielen Jahrhunderten bekannt. Dabei gab es im Laufe der Jahre verschiedene Qualitäten und Abweichungen. Der “Wacholderschnaps” Gin wurde erst zum Trend, als die Hersteller angefangen haben, mit Aromen und Geschmacksrichtungen zu experimentieren und das altbewährte Getränk sozusagen anfingen zu “modernisieren”. Das Aroma im Gin wird in diesem Fall aus verschiedenen Gewürzen gewonnen. Die Gastronomie machte mit und Gin wurde zum Trend-Getränk. Bei Rum wiederholt sich dieser Trend gerade auf ähnliche Weise – noch auf leichten Sohlen. Dennoch: mit der Entstehung neuer, qualitativ-vielfältiger Geschmacksrichtungen, wird Rum immer stärker angenommen und ist auf dem besten Weg zu einem Lifestyle-Getränk zu avancieren.

 

Langsam aber durchschlagend: Rum wird zum Trend

Rum ist unglaublich vielseitig, soweit waren wir ja schon. Das liegt daran, dass nahezu jeder Rum seinen eigenen Geschmack hat. Dabei hat man oft das Gefühl, dass Rum zu den Spirituosen gehört, die zwar bekannt sind, aber nicht sonderlich beliebt. Trend ist es bisher jedenfalls nicht gewesen, wenn man gesagt hat „Oh, ich trink heut’ mal einen Rum“. Anders ist es bei Wodka, Whiskey und Gin. Bei diesen Spirituosen hat man schon eher das Gefühl, dass man „cool“ oder im Trend ist, wenn man ein solches Getränk zu sich nimmt. Aber der Rum kommt mit großen Schritten dieser Top 3 näher. Der klassische kubanische Rum gilt als edel, Tiki-Drinks mit Rum sind total im Trend und der neueste Clou ist Punsch. Der wahre Grund – so finden wir – für den momentanen Aufstieg sind jedoch neue Rum-Sorten, hochwertige und moderne Arten des Rums, die hierzulande in Deutschland hergestellt werden. Ja, die deutsche Rum-Kultur wächst! Seit ein paar Jahren haben es sich bewährte Hersteller, aber auch viele Start-Up Unternehmen zur Aufgabe gemacht, den Rum neu zu definieren und hier zu produzieren. Vorher sprach man eher von Verschnitten importierter Ware, gepantschten Rum-Sorten und Ähnlichem. Gefragt aber ist hochwertiger Rum, neue Rezepturen und gute Qualität. Gerade für die Gastronomen und Barkeeper ist es immer wieder wichtig, dass sie mit hochwertigen Rezepten und tollen, ausgefallenen Cocktails bei den Gästen punkten können.

 

Neue Rezepturen, verbesserte Qualität

Die Herstellung von neuem, qualitativem Rum, der dazu auch noch schmeckt, funktioniert. Grund dafür ist unter anderem der, dass Rum keine geschützte Herkunftsbezeichnung hat und somit hierzulande legal hergestellt werden darf. Das einzige Problem ist: Zuckerrohr wächst nicht in Deutschland. Der muss importiert werden. Aber die Start-Ups und Hersteller haben gute Lösungen gefunden, trotzdem ihren eigenen Rum zu kreieren. Zuckerrohr oder die Melasse mit dem Rum typischen Aromenprofil werden in der Regel aus den Ländern importiert, in denen der Rohstoff vorkommt. Wird nur die Melasse oder das Zuckerrohr importiert, kann man hierzulande fermentieren, destillieren und den Rum im Fass lagern. Importiert man das Rohdestillat, kann zumindest hier die Fassreifung geschehen. Wird bereits gereifter Rum importiert, können die Hersteller zumindest in Deutschland das nötige Finishing zum Endresultat vornehmen. Die Möglichkeiten sind auf jeden Fall gegeben. Es kommt eben auf Ideen und Qualität an. Zudem ist die deutsche Brennindustrie in Sachen Fermentation und Mazeration durchaus geübt, der Boden geebnet. Das Potential zum Lifestyle- und Trend- Produkt hat Rum allemal. Zumal wir hier doch neben Bier besonders gern auch Spirituosen trinken. Und wie es immer so ist: Wenn die Qualität stimmt und der Rum schmeckt, dann steigt auch die Nachfrage.

Und wo viel Nachfrage herrscht, lauert ein Trend. Oder?


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